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Häufige Fragen (FAQ)


Türen und deren Einbau


Was ist der Unterschied zwischen dichtschließenden, rauchdichten und feuerhemmenden Türen?

Als dichtschließend gelten Türen mit stumpf eingeschlagenem oder gefälztem vollwandigen Türblatt mit einer dreiseitig umlaufenden Dichtung. An sie werden keine weiteren Anforderungen gestellt.

Rauchdichte Türen sind solche nach DIN 18095 - Rauchschutztüren -. Sie benötigen ein allgemein bauaufsichtliches Prüfzeugnis und müssen einer Einbauanleitung folgend eingebaut werden. Sie müssen ferner durch ein gut sichtbar angebrachtes Blechschild als Rauchschutztüren gekennzeichnet sein.

Feuerhemmende oder feuerbeständige Türen (Kurzbezeichnung: T 30 oder T 90) sind im Brandversuch geprüfte Türen, die dem Feuer über eine definierte Zeitspanne Widerstand leisten können. Sie benötigen eine allgemein bauaufsichtliche Zulassung; an den Einbau werden strenge Regularien gestellt, welche der Zulassung und der Einbauanleitung zu entnehmen sind. Art und Unfang des zur Kennzeichnung erforderlichen Blechschildes sind ebenfalls der Zulassung zu entnehmen.

Teilweise können feuerhemmende oder feuerbeständige Türen auch als rauchdichte Türen nach DIN 18095 fungieren, wenn sie entsprechend ausgestattet wurden (u.a. mit einer zusätzlichen Bodendichtung). Allerdings werden diese Türen nicht von vorne herein vom Hersteller rauchdicht ausgerüstet, die Sonderfunktion muss daher im Einzelfall mit bestellt werden.

Was sind vollwandige Türen?

Der Begriff "vollwandig" ist ein unbestimmter Rechtsbegriff. Früher galten Türen unter anderem dann als vollwandig, wenn die Türblätter in einer durchgehenden Dicke von mindestens 4 cm keine Hohlräume aufwiesen und für Glasflächen ein G 30-Glas oder ein Drahtglas verwendet wurde. Die heutigen Vollzugshinweise und Begründungen zu den Bauvorschriften schweigen sich in aller Regel über konkrete Festlegungen aus. Auch die (neueren) Kommentierungen äußern sich nicht mehr oder höchst unterschiedlich dazu, wann eine Tür vollwandig ist. Es ist also im Einzelfall festzulegen, wann eine Tür als vollwandig angesehen werden kann.

Nach den Bayerischen Bauordnungen in der Fassung vor 2008 waren von Fluren zu Treppenräumen teilweise Türen einzusetzen, die "dicht, vollwandig und selbstschließend" sind. Können hier heute Rauchschutztüren nach DIN 18095 verwendet werden, und müssen diese Türen ein einfallendes Schloss besitzen?

Es können ohne weiteres Türen nach DIN 18095 verwendet werden, da diese in die Bauregelliste aufgenommen wurden und jederzeit Bauprodukte verwendet werden können, die den Anforderungen zum Zeitpunkt des Einbaus entsprechen.

Riegelschlösser oder sogenannte "Rollfallen" waren und sind nicht zulässig. Die Rauchschutztüren müssen ebenso wie die Feuerschutzabschlüsse immer "in's Schloss fallen". Ansonsten könnte der Rauch die Tür wegen des im Brandfall entstehenden Überdruckes aufdrücken - die Schutzfunktion der Tür wäre verloren.

Müssen im Zuge von Rettungswegen Türbeschläge nach DIN EN 179 ("Panikriegel") oder DIN EN 1125 ("Panikstange") verwendet werden?

Die genannten Türbeschläge sind nicht zwingend zu beachten. Die Aufnahme 2003 in die Bauregelliste bedeutet nur, dass die Bauprodukte zum Einbau verwendet werden können, nicht jedoch, dass diese verwendet werden müssen. Sie wurden zwischenzeitlich auch wieder aus der Bauregelliste herausgenommen.

Eine Verpflichtung zum Einbau kann sich ansonsten nur aus behördlichen Auflagen oder aus einem Brandschutzkonzept ergeben. Wann die einzelnen Türbeschläge (deren Benutzung sicherlich bei richtiger Anwendung durchaus Sinn macht und begrüßenswert ist) zu verwenden sind, richtet sich nach den Gegebenheiten vor Ort im Einzelfall. Orientierung bieten hier die in den Normen beschriebenen Anwendungsbereiche.
 
 
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